Bioprodukte-Was ist dran an BIO

Bioprodukte-Was ist dran an BIO

Es ist Samstagvormittag, die Sonne scheint und es ist wolkenlos im Erzgebirgsvorland. Wir fahren Richtung Norden raus aus dem Gebirge durch sanfte grüne Hügel vorbei an weiten Feldern und kleinen Waldstücken. Der Weg führt uns heute zum Guidohof nach Ulsdorf in der Nähe von Limbach-Oberfrona bei Chemnitz. Die Familie Lucht, welche den Guidohof betreibt haben sich bereiterklärt uns einige Fragen zum Thema BIO-Landwirtschaft zu beantworten. Wir sind schon seit einiger Zeit Kunde von ihnen, obwohl der doch ca. 60 km von uns entfernt liegt. Möglich ist diese Kundenbeziehung, weil der Guidohof jede Woche seine Kunden direkt zu Hause beliefert. Die Bestellung erfolgt ganz einfach per Internet und zwei Tage später liegt, in grünen Kisten verpackt das bestellte Obst und Gemüse direkt vor der Haustür. Wir nutzen den Service sehr gerne, weil es in unserer Gegend wenig BIO-Fachgeschäfte gibt und der Einkauf dann meist mindestens zwei Stunden in Anspruch nimmt.

Es ist zehn Uhr morgens, der Hof ist still und die ersten Kunden sind schon im kleinen Hofladen um sich mit frischen Lebensmitteln einzudecken. Wir gehen in den Garten um uns mit der Geschäftsführerin zum Interview zu treffen. Unsere kleine Tochter macht ganz große Augen als sie die vielen freilaufenden Tiere hier sieht und möchte gleich ein kleines vorbeihüpfendes Küken streicheln. Da kommt auch schon Frau Lucht um uns unserer Fragen zu beantworten. Sie berichtet kurz von Ihrem schönen Urlaub und erzählt uns wie der Hof so entstand uns wie viel Arbeit doch dahinter steckt die Lebensmittel in der gewünschten BIO-Qualität zu liefern. Wo wir auch schon mit unserer ersten Frage einhaken, die da lautet: Worin denn der wesentliche Unterschied zwischen BIO-Landwirtschaft und Konventioneller Landwirtschaft liegt.

Die Antwort ist  simpel und logisch. BIO Landwirtschaft arbeitet mit den Naturgesetzmäßigkeiten und ist bestrebt dem  Land die Nährstoffe zurückzugeben die es durch die Bewirtschaftung entzogen bekommt. Das heißt es wird zum Beispiel mit Natur Pflanzenabfällen gedüngt, die Pflanzenreste sind Nahrung für Mikroorganismen und Insekten die wiederum den Boden mit Nährstoffen anreichern.  Dadurch wird der Boden nicht ausgelaugt und die Pflanzen können viele Jahre auf dem Acker wachsen ohne dass mit künstlichen Düngern nachgeholfen werden muss. Das schont auf der einen Seite nicht nur den Geldbeutel sondern auch die Ressourcen der Erde und schützt das Grundwasser.

Eine weitere Frage von uns war die, Wie der BIO-Landwirt mit Pflanzenschutzmitteln umgeht und was er tut, wenn seine Pflanzen von sogenannten Schädlingen befallen werden. Auch hier eine irgendwie natürliche Logik in der Antwort. Der BIO-Bauer kümmert sich weniger um den sogenannten Schädling indem er ihn mit Gift bekämpft. Seiner Betrachtung nach hat jeder Schädling einen natürlichen Fressfeind, beispielsweise frisst der Marienkäfer unheimlich gerne Läuse. Das heißt wenn ein Feld mit Läusen befallen wird, dann kümmert sich der Bauer darum so viele wie möglich Marienkäfer einzusetzen damit die die Läuse dann fressen. Er ist also mehr daran interessiert den Nützlingen eine gute Lebensgrundlage zu schaffen so dass die dann wiederum seine Pflanzen von Schädlingsbefall schützen. Find ich persönlich ja mal total clever.

Eine weitere Frage von uns war ob denn nun BIO-Produkte wirklich auch gesünder sind als die aus Intensive-Landwirtschaft. Auch hier eine klare deutliche Antwort. Ja, natürlich. Ein Apfel in Intensiv-Landwirtschaft wird beispielsweise bis zu 16mal mit Pflanzenschutzmitteln behandelt bis er letztlich im Obstregal beim Discounter liegt. Diese Mittel werden dann vom Apfel resorbiert und befinden sich somit hauptsächlich in der eigentlich so gesunden Schale. Da hab selbst ich geschluckt, damit hatte ich nicht gerechnet. Appetitlich ist was anderes. In der BIO-Landwirtschaft funktioniert das aber anderes. Dort werden entweder Netze zum abdecken der Bäume eingesetzt. Es kann eben dann auch mal sein das eine Frucht von einem Würmlein besetzt ist. Ein gutes Zeichen für die Reinheit der Frucht 🙂

 

Was wir auch noch wissen wollten waren die Richtlinien der BIO-Siegel. Ein Wald an Zeichen und Aufdrucken auf Verpackungen verwirrt die Kunden und nur die wenigsten wissen welche Richtlinien wirklich hinter den einzelnen Zeichen stehen. Welches Siegel verspricht denn nun die beste Qualität? Im Detail können uns die beiden Landwirte in der kürze der Interviewzeit nicht aufklären. Was wir aber erfahren haben ist, dass das Europäische BIO-Siegel die niedrigsten Standards an BIO-Lebensmittel stellt, danach folgen die Landeverbände wie z.B. Bioland oder Naturland. Die schärfsten Richtlinien aber hat “demeter” so viel ist sicher. Das wissen die beiden mit Sicherheit denn der Guidohof ist “demeter” Zertifiziert. Zweimal im Jahr wird von Prüfern überprüft ob die Vorgaben eingehalten werden.

Wer es etwas genauer wissen möchte der kann sich unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bio-Siegel mehr Informationen über die derzeitig aktuellen Siegel holen.

Wir hoffen der Beitrag hat Euch gefallen,

Eure Rohkostlinge

 

 

 

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