Gesunde Lebensmittel im Discounter einkaufen

Mit diesem Beitrag möchte ich mal aufzeigen, worauf wir bei so einem Einkauf in Discounter achten, welche Produkte wir mitnehmen und was wir auf jeden Fall meiden, denn ich denke es geht nicht nur uns so.

Das mit der gesunden Ernährung ist so eine Sache. Da steht auf der einen Seite der hohe Anspruch besonders hochwertige und biologische Lebensmittel für seine Ernährung zu verwenden, die aber meist nur für viel Geld im Bio-Laden zu bekommen sind. Anderer seits ist man manchmal gezwungen, sei es aus Zeitmangel, aus finanzieller Sicht oder anderen Gründen im Discounter einzukaufen. IMG_20140813_160843

Uns geht es zumindest manchmal so, denn wir verfügen einerseits nicht über unendliche finanzielle Mittel und müssen dementsprechend auch auf den Geldbeutel schauen. Andererseits ist es manchmal einfach praktisch, mal schnell im Discounter um die Ecke einzukaufen, als erst einen Tagestour mit zwei Kleinkindern zum 20 km entfernten Bioladen zu organisieren. Wie auch immer die Gründe des Einkaufs im Supermarkt geartet sind, ich hab dabei immer gemischte Gefühle. Es ist immer ein Kompromiss, aus dem was man gerne hätte und dem was man bekommt.

Gesunde Lebensmittel im Discounter einkaufen ist so eine Sache, vor allem wenn man Veganer und noch dazu Rohköstler ist. Die meisten Regale sind für uns mittlerweile völlig uninteressant, weil ja doch meist nur billiger oder krankmachender Mist drin steht.  Dazu gehören die Regale mit Süßigkeiten, das mit Milch und Wurstprodukten, der Großteil der Getränkeabteilung, die Regale mit Dosen und Einweckgläsern und der Bereich in dem Brot und andere Weizen und Getreideprodukte verkauft werden. Da bleibt nicht mehr viel übrig, könnte man denken oder? Das ist auch so, aber wenn man weiß was man nehmen kann, bekommt man selbst hier ein paar Produkte die als brauchbarer Kompromiss taugen.

 

Brot

Wer gerne ab und zu noch eine Scheibe Brot essen möchte, kann auf glutenfreie Produkte zurückgreifen. Die sind zwar nicht roh, aber zumindest enthalten sie keinen krankmachenden Weizenkleber der die Darmflora angreift. Wenn Carolin mal gerade keine Zeit hat unsere “lebensveränderndes Brot” herzustellen, dann nehmen wir da gelegentlich schon mal eins mit. Was ich aber dazu sagen muss, diese Brote bestehen meist aus Mais oder Reismehl. Diese Mehle sind jetzt nicht unbedingt die hochwertigsten und darüber hinaus sehr stärkehaltig, das heißt sie beeinflussen damit den Blutzuckerspiegel etwas mehr, sind aber als Notlösung zu normalen glutenhaltigen Brot immer noch die bessere Alternative.

Obst und Gemüse

Bei Obst und Gemüse versuchen wir, so weit es möglich ist, Produkte mit BIO-Kennzeichnung zu bekommen. Wobei es bei den Kennzeichnungen große Unterschiede gibt. BIO ist nicht gleich BIO. Es gibt da gravierende Unterschiede in der Auslegung, der Kennzeichnung und in dem was Bauern noch an Pflanzenschutz und Pestiziden verwenden dürfen und was nicht. Es gibt auch Bio-Kennzeichnungen die überhaupt nicht mit den offiziellen Siegeln zu tun haben und nur aus Marketingzwecken im hübschen “Grün” auf die Verpackung gedruckt sind.

Im Supermarkt sind meist die Europäischen Bio-Kennzeichnung zu finden. Dieses Siegel verspricht einen begrenzten Einsatz von Pestizieden und Pflanzenschutzmitteln und verbietet einige Stoffe ganz. Es ist aber damit nicht etwa mit den strengen Richtlinien beispielsweise von BIOLAND oder gar Demeter gleichzusetzen. Dennoch ziehen wir bei Obst und Gemüse die Produkte mit Siegel denen ohne vor, denn bei denen wird schon ordentlich gespritzt. Ein Biobauer hat mir mal gesagt dass ein Apfel bis zu 16mal mit Chemie behandelt, wird ehe er auf dem Verkaufstisch liegt, krass oder?

Im absoluten Notfall greifen wir aber auch auf solches Obst und Gemüse zurück. Aber dann behandeln wir es auch besonders. Entwerder es wird vor dem essen mit Kaliumpermanganat gewaschen oder es wird geschält oder gedünstet. Damit bekommt man aber auch nur die oberflächlichen Verschmutzungen weg. Die Pestizide in der Frucht sind trotzdem noch da.

Hier noch kurz was zu den Pestiziden. Im Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren” wird darauf verwiesen dass von allen Krebserkrankungen nur 1-2% von Pestiziden ausgelöst werden. Gleichzeitig wird erklärt, dass es besser ist, überhaupt Obst und Gemüse zu essen auch wenn es konventionell hergestellt ist, als gar keins. Dabei geht es vor allem um die Zufuhr von sekundären Pflanzenstoffen die unsere Zellen ja vor freien Radikalen schützt, auch wenn der Gehalt eines Biologisch gewachsenen Pflanze wesentlich höher ist.

Nüsse

Nüsse aus dem  Supermarkt sind meist in irgend einer Form behandelt. Sei es geschwefelt, geröstet, blanchiert oder gedämpft. Mit denen Maßnahmen wird verhindert, dass sich Schimmel oder andere Schädlinge in der Nuss vermehren. Der Gedanke ist zwar gut, aber mit der Energiezufuhr verändert sich auch die Struktur der Fette und Eiweiße, was dazu führen kann, dass die Nüsse nicht mehr richtig verstoffwechselt werden können. Außerdem verlieren sie dadurch auch an Nährwert. Sollten es trotzdem Nüsse aus dem Supermarkt sein, dann empfehle ich einfache ungesalzene oder angeröstete. Wir weichen die vor dem Essen noch ungefähr 4-8 Stunden in Wasser ein. Damit werden die Verdauungshemmer ausgespühlt und die Nüsse sind wenigstens leichter zu verdauen.

Ölsamen

Was bei uns auch sehr viel verarbeitet wird sind Ölsamen wie Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne oder Leinsamen. Im Normalfall bestellen wir die im Internet bei einem Onlineshop. Haben wir keine mehr, greifen wir bei kurzfristigen Bedarf auch auf das Angebot im Supermarkt zurück. Dabei achten wir auch hier auf die Bio-Kennzeichnung.  Sollte es keine mit Biosiegel geben nehmen wir auch die ohne. Solltest Du dir nicht sicher sein, in wie fern die Samen mit Hitze oder anderweitig behandelt sind, dann mach einfach den Sprossentest. Gib ein paar Kerne auf ein nasses Küchentuch und schaue ob sie nach ein paar Tagen keimen. Entsteht eine Pflanze, kannst Du schon mal sicher sein dass es sich noch um lebende Exemplare handelt. Die chemische Belastung ist mit dem Test aber leider nicht herauszufinden.

Fett

Die Fettauswahl im Supermarkt ist auch sehr unterschiedlich. Butter und Margariene fallen schon aus Tierschutzgründen weg. Was geht ist Kokosfett. Das gibt es auch teilweise in Bioqualität und ist damit relativ unbedenklich zu verwenden. Wer noch kocht und brät, kann dieses auch wunderbar als Alternative zu den vielen anderen Bratfetten verwenden, denn der Rauchpunkt von Kokosfett liegt ungefähr bei 200 °C. Bei den Ölen sollte Leinöl und Olivenöl nicht fehlen. Bei den extrem billigen Ölen kannst du davon ausgehen, dass das Öl im Hochtemperaturbereich ausgepresst wurde und damit nix mehr wert ist.

Milch

Mitlerweile gibt es auch vegane Milch in den Supermärkten zu finden. Das Angebot erstreckt sich da nunmehr über eine Vielzahl von pflanzlichen Milchalternativen. Es reicht von Dinkeldrink, Reisdrink und Soyamilch über Hafermilch, Mandelmilch und Kokosmilch.  Aber auch hier gilt, nicht alles was angeboten wird und pflanzlich ist, ist auch automatisch gesund. Beispielsweise kaufen wir Sojamilch und Reismilch nicht. Soyaprodukte sind nicht unbedingt gut für den menschlichen Körper, weil sie den Hormonhaushalt teilweise negativ beeinflussen können, was bei Jungs in der Pubertät sogar zu Entwicklungsstörungen der Geschlechtsorgane führen kann. Reismilch steht im Verdacht, mit Arsen belastet zu sein und ist außerdem meist mit Zucker versetzt und liefert wenig Eiweiß und Fett. Die Getreidedrinksorten sind oft glutenhaltig und fallen damit sowieso raus.

Was geht sind die Nussmilchsorten. Diese Sorten sind gute Eiweiß und Fettlieferanten. Darüber hinaus auch weniger mit Zucker angereichert. Negativer Beigeschmack dieser Sorten, auch sie sind meist durch erhitzen haltbar gemacht und sollten nicht als generelle Eiweißversorgung genutzt werden.

Käse

Auch bei den Käsesorten gesellen sich immer mehr pflanzliche Alternativen zu den Angeboten aus Tiersekreten. Die Fettquelle ist hier meist ein Kokosfett, welches mit verschiedenen Gewürzen, Farbstoffen und Konservierungsstoffen dem Käse sehr ähnlich gemacht wird. Ich finde diese Alternativen gut, wenn es darum geht seine Sucht nach Milch in den Griff zu bekommen. Als Feinschmecker würde ich sagen, “hab schon schlechteren gegessen” und vom gesundheitlichen Standpunkt aus “vertretbar”. Denn Kokosfett ist eines der gesündesten Fette mit gesättigten Fettsäuren die es gibt.  

Fazit

Wie Du siehst ist der Einkauf im Supermarkt mit vielen unliebsamen Kompromissen gespickt und auf Dauer nicht wirklich zufriedenstellend. Zumindest, wenn man sich wirklich gesund ernähren will. Als Notlösung ist er sicher eine Option, aber du siehst, man muss schon auf so einiges achten um nicht den totalen Mist im Einkaufskorb zu haben.

Alles Gute, Deine

Unterschrift Rohkostlinge Caro

 

 

 

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