Unsere erste Rohkostweihnacht

Eindrücke unserer ersten nicht 100%igen Rohkostweihnacht

Es ist Weihnachten im Erzgebirge und die für uns als Rohköstler schwerste Zeit beginnt. Vorbei die Zeit in der wir einfach raus in den Garten gehen können um uns ein paar leckere Kräuter pflücken oder reife Früchte aus dem Gewächshaus ernten können. Auch die Felder sind schon lange abgeerntet und Wildkräuter sind seltener denn der Winter steht vor der Tür.

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Erschwerend kommt auch noch Weihnachten hinzu und damit naht die Zeit des Schlemmens und Genießens. Da heißt es für uns Rohköstler, kreativ sein und bloß nicht schwach werden, denn die Verführungen warten ja an jeder Ecke. Sei es im Supermarkt, auf dem Weihnachtsmarkt oder bei gemütlichen Stunden im Kreis seiner Liebsten. Stollen, Glühwein, Creps, Bratwürste und gebrannte Mandel warten darauf vernascht zu werden. Ein harte Probe für jeden der weiß wie lecker solche Sachen schmecken können.

Was aber tun wenn einen diese leckeren Verführungen in solch einer geballten Ladung treffen. Für uns gibt es da mehrere Möglichkeiten, entweder eisenhart und diszipliniert durchhalten, nachgeben und mit den negativen Konsequenzen leben, oder Mix aus beiden. Die letztere Möglichkeit ist unser Weg bisher. Zumindest solange wir noch keine passenden Alternativen oder Auswege gefunden haben, denn stressen wollen wir uns auf keinen Fall, auch wenn wir uns die Rohkost auf die Fahne geschrieben haben. Das heißt, die ein oder andere Leckerei wollen wir auf jeden Fall genießen, auch wenn uns unser Bauch sehr schnell und deutlich die Auswirkungen unserer Schwäche klar macht. Das richtige Maß finden heißt die Devise in dieser Zeit. Einfach frühzeitig mit der Schlemmerei aufhören und dann wieder mit gesunden Leckereien gegensteuern.

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So in der Art praktizieren wir es in diesem Jahr. Wobei ich zugeben muss, so richtig wohl fühle ich mich damit noch nicht. Nach jeder kleinen „Sünde“ bemerke ich deutlich wie mein Bauch mit den vermeintlichen Leckereine zu kämpfen hat. Dabei verspüre ich Unwohlsein und Schwäche die sich in mir breit macht und manchmal wünsche ich mir, es gäbe mehr Alternativen zu kaufen, denn die Herstellung rohköstlicher Weihnachtsleckereien ist ja doch etwas aufwendiger und wer in der Zeit im Weihnachtsstress ist, findet nicht immer die Zeit um die Rohen Leckereien herzustellen.

Aber es gibt sie, rohen Weihnachtsstollen, süße Bonbons und Weihnachtsplätzchen und sogar Weihnachtsbraten. Gut, die sind dann nicht mehr roh, aber zumindest vegan. Denn eins wollen wir auf gar keinem Fall, ein Tier für unsere Gelüste töten. Deshalb haben wir uns Gedanken gemacht wie wir unser Festtagsessen gestallten und so sieht es dieses Jahr ungefähr aus,

Zu Mittag gibt es in unserer Region traditionell Linsen mit Wurst oder Fleisch.

Die gekochten Linsen behalten wir bei und ersetzen aber den Fleischzusatz einfach gegen vegane Würstchen aus Tofu oder Seitan. Zum Heiligen Abend werden traditionell gekochte Klöße mit Sauerkraut und Bratwurst gegessen. Dieses Gericht haben wir auch etwas abgeändert. Statt Weizenmehl verwenden wir für die Klöße Dinkelmehl. Das Sauerkraut wird einfach nicht gekocht sondern roh gegessen und die Bratwürste ersetzen wir gegen Alternative Würstchen aus Tofu. Als Nachspeise gab es bei uns dann immer noch gekochten Sellerie, den ich als Kind eigentlich gar nicht mochte, ihn aber als Erwachsener doch lieben gelernt habe. Den haben wir diesmal dementsprechend einfach roh gelassen. Wir haben ihn aber deutlich dünner geschnitten als die gekochte Variante, beispielsweise in einem Spiralschneider und ihn schon ein paar Tage vorher in einer Marinade eingelegt, so dass er genug Zeit hatte um gut durchzuziehen. Alternativ dazu schmeckt auch rohe rote Beete sehr lecker.

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Fertig ist unser veganes Heilig Abend Essen.

Wie ihr seht ist es gar nicht so schwer die Fleischberge zu reduzieren und es muss auch nicht alles gekocht werden. In wie fern jetzt alles roh gegessen werden muss, vor allem an so traditionellen Tagen wie dem Weihnachtsfeste, darüber lässt sich sicher streiten. Aber gekocht vegan ist ja doch immer noch deutlich gesünder wie fettige Fleischkost. Auf Alkohol verzichten wir sowieso und verwenden anstelle dessen lieber eine Fruchtschorle oder einen Gemüsesaft, damit versuchen wir die gekochte Kost etwas aufzupeppen und vor allem den Mineralstoffhaushalt aufzustocken denn satt heißt ja noch lange nicht gut ernährt.

Wir finden es an solchen Festtagen derzeit noch in Ordnung die Tradition zu pflegen oder zumindest nur leicht abzuändern, denn sie hält die Familie zusammen und respektiert die Gepflogenheiten anderer Menschen. Die Frage nach dem, warum wir nun so essen wird im Laufe des Essens sowieso gestellt und besprochen. Damit kommt bei den anderen auch mit der Zeit das Verständnis für die Rohkost und wird nicht mehr als Spinnerei abgetan. So zieht die gesunde Rohkost auch Schritt für Schritt in die Weihnachtstradition ein und erobert sich langsam auch hier ihre berechtigte Stellung. Wir müssen nur konsequent dran bleiben dann heißt es vielleicht schon in ein paar Jahren nicht mehr Festtagsbraten sondern Festtagsrohkost zur Rohkostweihnacht.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen Eure

Unterschrift Rohkostlinge Caro

 

 

 

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1 Kommentare

  1. Interessanter Beitrag. Auch ich ernähre mich vegan und kann nachvollziehen, dass die Weihnachtszeit oft zu einer kleinen Herausforderung werden kann. 🙂

    Auch ich bevorzuge hochwertiges Dinkelmehl. Eine Sache ist mir jedoch aufgefallen: Dinkelmehl ist nicht glutenfrei. Dinkel ist die Urform des heutigen Weizen.

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