Verdauungsgeschwindigkeiten

Lebensmittel haben neben ihren offensichtlichen  Eigenschaften wie Geschmack, Geruch oder Konsistenz auch Unterschiede in der Geschwindigkeit in der sie vom Verdauungstrakt zerlegt werden. Diese Verweildauer hängt einerseits von der Menge, der Zusammensetzung der jeweiligen Mahlzeit und von der Konzentration der Magensäure ab. Besteht eine Magenfüllung aus nur einem Lebensmittel, wird sie von der Magensäure komplett aufgespalten und anschließend in den Dünndarm entlassen wird.

Das klingt vielleicht im ersten Moment ziemlich banal,  weil der Magen ja auch genau für diese Aufgabe ausgelegt ist und er seine Aufgaben ja auch meist sehr treu und gewissenhaft im Verborgenen verrichtet. Zumindest tut er das scheinbar. Aber genau hier liegt ein oft unterschätztes Problem denn der Magen kann im Normalfall nur eine Sorte Lebensmittel während eines Verdauungsvorgangs richtig zersetzen. Werden bei einer Mahlzeit mehrere unterschiedliche Lebensmittel gleichzeitig gegessen, ist der Magen immer gezwungen einen Kompromiss zu finden.

Der Kompromiss entsteht dann, wenn ein Teil der im Magen befindlichen Nahrung bereits vollständig zersetzt ist, ein anderes Bestandteil aber noch nicht oder nur teilweise zersetzt ist. So kann es beispielsweise passieren dass teilweise unverdautes Fleisch in den Dünndarm gelangt und dort langsam vor sich hin verwest. Bei dieser Vorgang entstehen giftige Verwesungsgifte wie Ammoniak. In Verbindung mit Zucker oder Süßen Früchten können dabei sogar karzinogene, also krebserregenden Stoffe im Dickdarm entstehen.

Jetzt fragst du dich vielleicht wie so was passieren kann? Das ist von der Sache her ganz einfach.

Unser Verdauungssystem ist aufgebaut wie ein Schlauch in dem immer nur eins nach dem anderen abgearbeitet werden kann. Dieser Schlauch beginnt mit der Mundöffnung, geht dann über die Speiseröhre in den Magen, von dort gehts weiter in den Dünndarm und von da ab in den Dickdarm bis der zersetzte Rest über den After wieder ausgeschieden wird.

So wie auf einer schmalen Straße auch immer nur ein Auto fahren kann und nicht zwei nebeneinander. Es gibt unter den Lebensmitteln aber eben welche die in recht kurzer Zeit verdaut werden können und andere die bis zur vollständigen Zersetzung bis zu 5 Stunden brauchen. Am Beispiel der Straße wäre das schnellverdaubare dann eben ein Sportwagen und das langsame ein LKW. Ist der Sportwagen als erstes auf der Straße hat er freie Bahn und kann in hohen Geschwindigkeit fahren. Fährt aber vor ihm der LKW heißt es STAU bis der die Straße wieder verlässt.

Ein Sportwagen unter den Lebensmitteln ist Obst. Ein Apfel braucht beispielsweise nur ca. eine halbe Stunde bis er den Magen wieder verlässt. Hingegen kann sich ein Stück Fleisch oder auch ein Getreidegericht schon mal 3 bis 5 Stunden im Magen aufhalten. Treffen diese beiden Gruppen aufeinander gibt es Stress. Muss der Magen diese Kombination gleichzeitig verbreiten muss entweder das Obst warten bis das Fleisch durch ist und fängt in der Zwischenzeit an zu gähren und es entsteht Alkohol. Oder aber das Fleisch geht unverrichteter Dinge halbverdaut in den Darm und verursacht dort die schon beschriebenen Schäden.

Diese Tatsache ist vielen Menschen aber leider nicht bekannt. Dementsprechend sieht auch unsere Esskultur aus. Drei Mahlzeiten am Tag von jedem etwas dabei. Immer nach dem Motto “Der Magen wird es schon Regeln” oder wie es hier im Erzgebirge einige Leute sagen “Im Arsch ist es finster”. Das kann man zwar denken, passieren tut aber leider etwas ganz anderes. Der Magen regelt natürlich schon aber eben nur so wie es eben gerade geht.

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Grundsätzlich ist die menschliche Verdauung für die Zerlegung von Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß, also Protein ausgelegt. Diese Gruppen finden sich in fast allen Lebensmitteln oder es sind Bestandteile davon zu finden. Natürlich in unterschiedlichen Mengen und Anteilen. Der Idealfall für das Verdauungssystem ist daher pro Mahlzeit ein Lebensmittel einer Kategorie, also Trennkost. Bei dieser Art der Ernährung kann sich das Verdauungssystem optimal auf die Verdauung eines Lebensmittels einstellen und die Verdauung würde ohne große Verluste alles zersetzen.

Nun ist es aber in unserer Kultur nicht üblich nur eine Sorte einer Frucht oder eines Gemüse zu sich zu nehmen. Es wird viel mehr der Mischkonsum praktiziert und es werden die buntesten Gerichte und Rezepte kreiert. Ich denke da mit Schrecken an die üppigen Frühstücksbuffets, mehrgängige Menüs oder Brunches wo so ziemlich alles was die Lebensmittelindustrie so herstellt angeboten und verspeist wird. Was nach dem Verzehr im Magen und Verdauungstrakt passiert ist den meisten unbekannt und daher auch nicht wichtig. Aber genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob das Lebensmittel dem Körper schadet oder ihm dienlich ist.

Unabhängig davon durchläuft der menschliche Organismus während eines Tages unterschiedliche Stoffwechsel-Phasen die in unserer Kultur leider fast gar keine Beachtung finden. So könnte man ganz einfach ausgedrückt den Tag in drei Abschnitte einteilen.

Ausleiten – Aufnehmen – Reparieren

1. Phase: Ausleiten

Der erste Abschnitt beginnt morgens mit der Ausleitungspahase die auch direkt von der Anleitung der Stoffwechselendprodukte gekennzeichnet ist. Man merkt es daran, dass früh der erste Gang auf die Toilette ist um zu Urinieren, dann wird meist eine Kleinigkeit gegessen und im Anschluss daran folgt auch meist schon der nächste Stuhlgang. In dieser Zeit sind die Sportwagen unter den Lebensmitteln gefragt. Also Obst oder Wildgrün, auch Smoothies genannt. Sie unterstützen die Ausleitungs- und Entgiftungsphase und helfen dem Körper die Giftdepos zu leeren und liefern gleichzeitig durch den Fruchtzucker jede Menge Energie.

2. Phase: Aufnahme

Der zweite Abschnitt folgt so ab der Mittagszeit mit der sogenannten Nährstoffaufnahme. In dieser Zeit läuft die Galle auf Hochtouren und auch die Leber gibt ihr letztes Hemd. Die Magensäfte sind hochkonzentriert und voll auf Verdauung ausgelegt Jetzt sollten so viel wie möglich Mineralstoffe, Vitamine oder auch Eiweiße gegessen werden um dem Körper alle Bausteine zu liefern, die er für die Reparaturarbeiten in der Nacht benötigt. Hier empfehlen wir üppige Salate, Pilze und reichlich Gemüse oder auch Sprossen und Ölsamen. Gegen Abend können dann auch die “LKWs” also Fette und Eiweißhaltige Lebensmittel mit Salaten oder Wildgrün gegessen werden. Die haben den ganzen Abend bis zum Schlafen gehen Zeit, verdaut zu werden und behindern in dieser Zeit auf keinen Fall einen Sportwagen.

3. Phase: Regeneration

Während der nächtlichen Reparaturphase werden die aufgenommenen Nährstoffe in den Körper eingebaut  und alte defekte Teile entsorgt und deponiert. Das heißt die Straße ist leer und kein STAU in Sicht. Alle  Aufräumarbeiten sind im vollen Gange damit am nächsten Morgen dann alle Mülldeponien ausgeschieden werden können.

 

Wir hoffen mit diesem Beitrag konnten wir dir das Thema etwas näher bringen. Bei Fragen schreib uns über Facebook oder lass dich direkt von uns Coachen.

Deine
Unterschrift Rohkostlinge Caro

 

 

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