Wasser im Tagebau und Schadstoffverpressung

Wasser im Tagebau

Ein Sonderfall stellt der Tage- und Bergbau dar mit z. T. erheblichen lokalen und regionalen Eingriffen in den Grundwasserhaushalt. In den drei großen Braunkohletagebaugebieten der Bundesrepublik – im rheinischen, mitteldeutschen und im Lausitzer Revier werden die natürlichen Grundwasservorräte bis zur notwendigen Arbeitstiefe abgepumpt. So wurde allein im Lausitzer Raum mehr Grundwasser abgepumpt, als für die gesamte DDR zur Trinkwasserversorgung notwendig war. Bei zu großer Tagebaudichte kommt es deshalb zu großflächigen Grundwasserabsenkungen.

Die Grundwasserneubildung nach Beendigung der Abbaumaßnahmen ist sehr problematisch, da die Niederschläge sich mit saurem Grubenwasser vermischen und das Grundwasser eine minderwertige Qualität erhält. In den Restlöchern kommt es zum Austritt eisenhaltiger, toter Wässer, die in einem jahrzehntelangen Prozess nur sehr schwer wieder biologisch instandgesetzt werden können.

Schadstoffverpressung

Eine Zeitbombe ganz besonderer Art entsteht durch die Verpressung schadstoffhaltiger Abwässer in tiefere Grundwasserschichten. An über 30 Orten im Bundesgebiet werden wasserführende Gesteinsschichten in Tiefen bis zu 3.000 Meter mit Abfallstoffen vollgepumpt. Im Elsaß beispielsweise pressen die Kaliwerke ihre Abwässer in tiefere Schichten des Oberrheingrabens, weil sie den Rhein nicht mehr wie früher mit ihren salzhaltigen Abwässern belasten dürfen. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, bis die in die Tiefen verpreßten Schadstoffe höhere Grundwasserschichten erreichen und damit die Trinkwasserversorgung in den jeweiligen Regionen langfristig gefährden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.