Wasser – Qualitätsproblem

Auch im Abwasserbereich gibt es trotz unbestreitbarer Erfolge der “End of pipe” Technologie noch keinen Anlass zur Entwarnung. Noch immer werden die Probleme oft nur zeitlich oder räumlich verlagert. Dabei zeigt gerade das Wasser die enge Verbundenheit der Umweltmedien. Schadstoffe gelangen vom Klärschlamm oder über Deponiesickerwässer ins Grundwasser, durch Auswaschung mit dem Regen in Flüsse und Meere. Eine kostenintensive Entfernung von Giften in Kläranlagen genügt also nicht, auch hier sind grundsätzlich neue Strategien gefragt. In Industrie und Landwirtschaft muss das Hauptaugenmerk auf die Vermeidung des Einsatzes, vor allem der nicht ab-lauffähigen Chemikalien gehen und in den Haus-halten sollte die dezentrale Komposttoilette zur Alternative des wasservergeudenden WC’s avancieren.

Schließlich müssen wir aber auch über unseren Tellerrand blicken. Denn weitaus gravierender als in den Industrieländern ist der Wassernotstand im übrigen Teil der Welt. Wasser ist leider sehr ungleich verteilt und gerade in den heute schon wasserarmen Regionen wächst die Bevölkerung rasant. Ein Zusammenhang, der nicht verwundert, ist Wasserreichtum doch in der Vergangenheit einer der Garanten für rasche Industrialisierung und damit für einen schnellen Anstieg des Lebensstandards gewesen. Die wasserarmen Regionen aber blieben ,,rückständig”. Die Spirale von Armut und Kinderreichtum bringen sie heute der Katastrophe immer näher. Natürlich gibt es hier Ausnahmen wie die wasserarmen, aber durch Erdöl reich gewordenen Staaten des Nahen Ostens. Auf der anderen Seite ist sogar extremer Wasserreichtum kein Garant für Entwicklung.

Bestes Beispiel dafür ist Brasilien – das wasser- reichste Land der Erde -, das aufgrund des kolonialen Erbes und der heutigen Besitzstrukturen ein Land großen Elends ist. In den Favelas von Rio oder Sao Paulo ist sauberes Wasser denn auch ein unbezahlbarer Luxus. Die Nord-Süd-Problematik verschärft so die globale Wasserkrise. Die in Rio beschworene neue Gemeinsamkeit drängt auch hier nach Verwirklichung.

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