Wasserkrise

Unsere Umweltsituation wird von einer Vielzahl von Krisen geprägt, die alle strukturelle Gemein- samkeiten aufweisen. Besonders deutlich wird dies an der Ähnlichkeit von Wasser- und Energiekrise. Wie Energie wird auch Wasser nicht verbraucht, wohl aber in nicht mehr nutzbare Formen umgewandelt. Der nicht mehr nutzbaren Wärmeenergie entspricht in den Fluten des Meeres verteiltes Süßwasser.

Dauerhaft nutzen können wir letztlich nur die sich innerhalb kurzer Zeit referierenden Ressourcen. Sowohl bei der Energie, als auch beim Wasser hängen diese von der Sonne ab. Sonnenwärme ist der Motor des globalen Wasserkreislaufs, der ein ganz bestimmtes Quantum an Süßwasser dem Meer entzieht und einen Bruchteil hiervon als Regen über dem Land niedergehen lässt. Statt sich jedoch mit dieser Menge zu bescheiden, beuten wir zunehmend Tiefen Wasser aus – Speicher, die sich erst in Tausenden von Jahren wieder auffüllen werden. Die Verbrennung der fossilen Energieträger ist das Analogon – ebenso kurzsichtig und ebenso ein Wirtschaften auf Kosten der zukünftigen Generationen. Verantwortlich für den Wasserraubbau sind, wie bei der Energieverschwendung, in erster Linie Konsumanstieg und ein viel zu niedriger Preis, der uns endliche Güter handhaben lässt, als seien sie unbegrenzt verfügbar.

Die Suche nach einer adäquaten Antwort auf die sich verschärfende Wasserkrise, offenbart eine weitere Übereinstimmung mit der Energieproblematik. Hier wie dort sind die wirtschaftlichen Strukturen von Zentralität und Monopolen geprägt. Verschwendung ist da nur die logische Folge, Umsatzsteigerung das einzige Ziel. Gefordert ist die Rückverlagerung der Verantwortung an die Kommunen und den Einzelnen. Nicht von weither antransportiertes Fernwasser, sondern nur die Beschränkung auf die regionalen Vorkommen, wird Wasser wieder zu dem machen, was es ist; ein äußerst rares und verantwortungs- bewusst zu verwendendes Gut.

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