Wasserqualität in Deutschland

Das Grundwasser ist in Deutschland seit jeher die wichtigste Trinkwasserressource. Rund drei Viertel des Trinkwassers wird heute über Quellen und Brunnen direkt aus dem Grundwasser gewonnen. Denn natürliches Grundwasser aus Ökosystemen, in die der Mensch nicht eingegriffen hat, ist in der Regel rein, frei von Schadstoffen, Keimen und Viren und entspricht schon im Naturzustand den gesetzlichen Anforderungen an die Trinkwasserqualität.

Doch dieser natürliche Zustand gehört der Vergangenheit an. Grundwasser in Trinkwasserqualität steht immer weniger zur Verfügung. Dies hängt mit der langsamen Fließgeschwindigkeit und der langen Verweildauer des Grundwassers zusammen.

Fachleute schätzen die Menge des in den oberen 100 Metern befindlichen Grundwassers in West- deutschland auf rund drei Billionen Kubikmeter Wasser. Das ist rund 40 Mal so viel Wasser, wie der Nil jährlich transportiert.

Von diesen Grundwasserreserven werden jährlich nur zwei Prozent neu gebildet, so dass es im Mittel 50 Jahre dauert, bis das gesamte Grundwasser einmal erneuert ist. Verschmutzungen, die heute ins Grundwasser gelangen, belasten die Trinkwasserqualität deshalb noch in Jahrzehnten und Jahrhunderten.

Lange galt die Vorstellung, dass das Grundwasser wenig verschmutzungsanfällig und das Reini- gungsvermögen des Untergrundes unbegrenzt sei. Von dieser Vorstellung müssen wir uns leider verabschieden.

Das Grundwasser ist zum Teil bereits flächenhaft belastet und zumindest lokal, durch einzelne Schadensursachen erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.